20 | 07 | 2017

Mitgliedschaft in der dgti


Die dgti existiert seit Sommer 1998. Die Satzung regelt zwar, wer Mitglied der dgti sein kann, trotzdem scheint es Klärungsbedarf zu geben. Deshalb veröffentlichen wir hier einige wichtige Hinweise zur Mitgliedschaft.

Für wen ist eine Mitgliedschaft ausgeschlossen?

Transgender - Transfrauen, Transmänner und Intersexuelle, sowie ihre Angehörigen, die Rat und Hilfe bei der dgti suchen, sind von einer Mitgliedschaft ausgeschlossen (siehe hierzu "Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft").

Es gehört zum Selbstverständnis der dgti, dass sie ihre Hilfe allen Ratsuchenden, ohne Ansehen der Person oder Lebensumstände, zur Verfügung stellt. Die dgti ist kein Selbsthilfe- oder Betreuungsverein, sondern nimmt Aufgaben des Gesundheits- und Sozialwesens in Deutschland für alle Menschen in der Bundesrepublik Deutschland wahr. Selbst betroffene Ratsuchende und ihre Angehörigen können die Hilfe der Beratungsstellen der dgti, unabhängig von der Zeitdauer einer Beratung, zum Preis von Euro 0,50 in Anspruch nehmen. Von einer Mitgliedschaft sind sie so lange ausgeschlossen, wie sie selbst das Gefühl haben, unsere Hilfe zu benötigen oder anzunehmen ist, dass sie unsere Hilfe benötigen könnten.

Mit dieser Regelung soll sichergestellt werden, dass niemand unsere Beratungsstellen mit dem Gefühl verlässt, er/sie hätte nicht alle Hilfen und Auskünfte erhalten, weil er/sie sich keine Mitgliedschaft leisten kann.

Wer kann eine Mitgliedschaft beantragen?

Der § 4 der Satzung der regelt diese Frage grundsätzlich. Deshalb veröffentlichen wir ihn hier zunächst (die vollständige Satzung ist auch unter Ziele veröffentlicht).

§ 4 Mitgliedschaft

4.1 
Mitglied kann jede rechtsfähige, natürliche Person werden, die sich zur aktiven Unterstützung der Ziele der dgti verpflichtet. Die Mitgliedschaft juristischer Personen beschränkt sich auf eine Fördermitgliedschaft. Über den schriftlichen Aufnahmeantrag entscheidet der Vorstand. Die Aufnahmebestätigung erfolgt schriftlich. Ein Rechtsanspruch auf Mitgliedschaft besteht nicht.

4.2 
Der Verein erhebt für jedes Mitglied eine Aufnahmegebühr und einen jährlichen Mitgliedsbeitrag, dessen Höhe nach Einkommen gestaffelt ist und von der Mitgliederversammlung beschlossen und angepasst wird .

4.3 
Mitglieder, die ausdrücklich erklären, dass sie sich nur auf die finanzielle und/oder sonstige Förderung des Vereins beschränken wollen, sind Fördermitglieder. Ihr passives Wahlrecht beschränkt sich auf den Beirat.

Im Prinzip kann also jedermann den Antrag auf eine Mitgliedschaft stellen, der die nachfolgend angegebenen Voraussetzungen erfüllt, nicht nur Personen, die aus eigener Betroffenheit Erfahrungen mit dem Thema Transgender haben. Eine Vollmitgliedschaft setzt in jedem Fall voraus, dass der Antragsteller ausreichende Kenntnisse über mindestens eines der folgenden Sachgebiete hat:

a) medizinische und/oder rechtliche Lage von Transgendern - TransFrauen, TransMännern oder Intersexuellen
b) soziale und arbeitsrechtliche Lage von Transgendern
c) kulturelle und pädagogische Probleme mit der Existenz von Transgendern
d) Probleme der Strafverfolgung und des Strafvollzuges bei Transgendern

Die Umwandlung einer Fördermitglliedschaft in eine Vollmitgliedschaft und umgekehrt ist entsprechend der folgenden Aussagen möglich.

Voraussetzung für eine Mitgliedschaft:

Ein Antrag auf Mitgliedschaft kann gestellt werden, wenn

a) sich der Antragsteller mit den Zielen der dgti vertraut gemacht hat,

b) seine Bereitschaft erklärt, die dgti darin aktiv zu unterstützen und

c) mindestens einem Mitglied persönlich bekannt ist oder bereit ist, sich anlässlich einer Vorstandssitzung oder Mitgliederversammlung persönlich bekannt zu machen.

Darüber hinaus ist es erforderlich, dass ein Antragsteller sich entscheidet, ob eine Vollmitgliedschaft oder eine Fördermitgliedschaft angestrebt wird. Der Unterschied und die sich daraus ableitenden satzungsgemäßen Rechte, besteht in der Art der Verpflichtung/en, die der Antragsteller eingehen will.

1. Unterstützung der dgti als Vollmitglied (Mehrfachnennungen möglich):

1.1 durch Diskussionsbeiträge zum Thema Transidentität/Intersexualität im Internet und/oder gegenüber Medien

1.2 durch Öffentlichkeitsarbeit in meinem Wirkungsbereich, in Abstimmung mit der dgti

1.3 durch aktive Hilfestellung für Betroffene, potentielle Helfer, Organisationen und Behörden

1.4 durch die Teilnahme an Schwerpunktaktionen der dgti.

2. Unterstützung der dgti als Fördermitglied (Mehrfachnennungen möglich):

2.1 durch rein finanzielle Unterstützung

2.1 durch meine Reputation als Fachkraft

2.3 durch meine Reputation als integre Persönlichkeit

Es steht selbstverständlich jedem Mitglied offen, sich auch über die Verpflichtung hinaus spontan oder zeitlich begrenzt der dgti für Aufgaben zur Verfügung zu stellen oder sporadisch im Rahmen des Sponsorings tätig zu werden.

Aus einer Mitgliedschaft können keinerlei Vorteile für das Mitglied abgeleitet werden. Sie begründet auch keine Ansprüche gegenüber der dgti. Die Zahlung von Aufwandsentschädigungen an Personen, die Leistungen für die dgti erbringen, ist ausgeschlossen. Notwendige Auslagen werden nur erstattet, wenn diese in einer Mitgliederversammlung nachträglich gebilligt werden und es die finanziellen Mittel erlauben oder diese von einer Mitgliederversammlung ausdrücklich vor Ausgabe der Mittel beschlossen sind. In allen anderen Fällen trägt der Leistungserbringer diese Kosten selbst. Spenden, die im Zusammenhang mit einer Leistung eingehen, kommen ausschließlich dem Verein zu Gute und damit, im Sinne der Satzung, der Allgemeinheit. Zweckgebundene Spenden können nur unter Vorbehalt angenommen werden. Über die Annahme der Spende entscheidet der Vorstand, nachdem er eine Stellungnahme des Beirates eingeholt hat. Dies gilt auch für Sponsoring oder die Bereitstellung von Projektmitteln. Alle diese Regelungen gelten auch für die Arbeit der Geschäfts- und Beratungsstellen.

Mitgliedsbeitrag:

Der Mindestbeitrag wurde von der Mitgliederversammlung vom 12. bis 14.06.2009 für Vollmitglieder auf 12,00 € im Jahr festgelegt. Es kann, bei sozialer Bedürftigkeit und zeitlich begrenzt, eine Reduzierung um 50% vom Vorstand genehmigt werden. Für Fördermitgliedern wurde der Mindestbeitrag auf 60,00 € im Jahr festgelegt.

Eine in der Satzung vorgesehene Aufnahmegebühr wird derzeit nicht erhoben. Alle nicht explizit in der Satzung geregelten Fragen sind durch das Vereinsrecht gesetzlich geregelt.