18 | 11 | 2017

Volksvermögen

wird durch "Experten" und Trägheit von Behörden verschwendet, ganz abgesehen von dem Leid, das Betroffenen und Mitbetroffenen zugefügt wird.

(Eine Betrachtung von Helma Katrin Alter)

Weder Transsexuelle noch Intersexuelle werden nur dadurch glaubwürdiger, daß sie ihre Rechte einfordern, auf Mißstände hinweisen und die Probleme, denen sie sich stets gegenüber sehen, noch dadurch, daß sie permanent Verbesserungen fordern (auch wenn diese Forderungen gerechtfertigt sind oder zumindest so erscheinen). Zu einer qualifizierten Betrachtung gehört es meiner Meinung nach auch, daß wir uns darüber Gedanken machen, welche Konsequenzen sich für die Gesellschaft, aus der heutigen Praxis des Umgangs mit Transsexuellen und Intersexuellen, ergeben. Diese Konsequenzen müssen vor allem Entscheidungsträgern und Verantwortlichen vor Augen geführt werden. Eine dieser Konsequenzen ist die Verschwendung von Volksvermögen, die gerade in Zeiten leerer Kassen, aber nicht nur dann, nicht hinnehmbar ist.

Zu der Gruppe der Entscheidungsträger gehören Abgeordnete, Regierungsmitglieder, Vollzugsbeamte in allen Ebenen, Bundesanstalt für Arbeit, ... ebenso wie Aufsichtsräte der Krankenkassen, Ärzte und der MDK (alle aufzuzählen ist sicher nicht erforderlich - wer den Text liest weiß ob er zu der angesprochenen Gruppe gehört oder nicht). In einem Bericht des Bundestages der 11. Wahlperiode und den daraus sich ergebenden Forderungen an das Europäische Parlament, zur Lage der Transsexuellen, geht hervor, daß man zwar weiß, wie die Lage der betroffenen Personengruppe ist, sich aber nicht damit beschäftigt welche Konsequenzen dies für die Gesellschaft und die Betroffenen hat.

Ich werden nun den Versuch unternehmen eine Berechnung der direkten und versteckten Kosten aufzustellen, sowie eine Aufrechnnung von entgangenen Einnahmen für den Staat und die Sozialkassen.

Obwohl die Zahl der Betroffenen mit Sicherheit wesentlich größer ist, als dies von "Experten" immer wieder dargestellt wird, werde ich nur davon ausgehen. Experten sprechen von 8.000 Transsexuellen, der Bundestag davon, daß ca. 60% davon von Sozialhilfe oder Arbeitslosenhilfe leben müssen, also 4.800 Menschen.

Daraus entstehen direkte Kosten für die Sozialgemeinschaft, ohne den direkten Anteil der Krankenkassen (wobei ich ganz bewußt jeweils an der unteren Grenze der Ausgaben geblieben bin):

Titel Kosten ppers+pm Kosten ges.
Miete und Lebensunterhalt
DM 1.440
DM 82.944.000
Sozialversicherung
DM 600
DM 17.280.000
direkte Kosten ges.
DM 100.224.000

Die offensichtlichen, indirekten Kosten ergeben sich aus

1. entgangene Steuereinnahmen (nach minimalsatz gerechnet)
2. fehlenden Beiträgen zur Sozialversicherung
3. Einnnahmeverluste der Volkswirtschaft durch fehlende Kaufkraft

    Titel Verluste ppers+pm Kosten ges.
    Steuerverlust
    DM 450
    DM 25.920.000
    Rentenvers./Arblvers.
    DM 836
    DM 48.153.600
    Krankenkassenbeiträge
    DM 380
    DM 21.888.000
    fehlende Kaufkraft (davon 20% direkt)
    DM 160
    DM 9.160.000
    indirekte Kosten ges.
    DM 105.121.600

Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger ohne Zukunftsperspektive verursachen, was allgemein annerkannnt und statistisch erfaßt ist, höhere allgemeine Kosten im Gesundheitswesen. Diese Kosten müssen direkt von den Krankenkassen aufgebracht werden. Weitere direkte Kosten der Kassen fallen für die sogenannte "Pflichttherapie" an, in der sich jährlich etwa 10% der Transsexuellen befinden. Weitere 20% benötigen eine Therapie in Folge von sozialer "Beschädigung" und Schäden durch restriktive Behandlungs- und Begutachtungsmethoden. In der Klammer steht jeweils die Zahl der Bezugspersonen.

    Titel Kosten ppers+pa Kosten ges.
    erhöhte allg. Gesundheitskosten (4800)
    DM 300
    DM 1.440.000
    "Pflichttherapie" (800)
    DM 6.000
    DM 4.800.000

    Therapie wegen "Folgeschäden" (1600)

    DM 6.000
    DM 9.600.000
    Kassenleistungen ges.
    DM 15.840.000

In den obigen Ausgaben sind keine Kosten für spezielle Behandlungen von Transsexuellen enthalten, sondern nur diejenigen, die vermeidbar wären. Die Praxis, Transsexuelle langzeitig krank zu schreiben und dann sogar in die Erwerbsunfähigkeitsrente zu "treiben", ist leider viel verbreiteter als allgemein bekannt ist. Minimal geschätzt sind davon 5% aller Transsexuellen betroffen, das sind 400 Menschen.

    Titel Kosten ppers+pm Kosten ges.
    Krankschreibung
    DM 2.400
    DM11.520.000
    Verrentung
    DM 1.600
    DM 7.680.000
    Kosten ges.
    DM 19.200.000

Der gesamtvolkswirtschaftliche Schaden beläuft sich demnach, obwohl nicht alle vermeidbaren Kosten aufgelistet werden konnten, auf jährlich.

DM 240.385.600

Berücksichtige ich jedoch, daß entsprechend der Forschungen des einzigen Lehrstuhles für Transsexualität in Europa, ann der Universität in Amsterdam, die Zahl der Transsexuellen mindestens 10mal höher ist, als sie von deutschen Experten angegeben wird, dann bedeutet dies für obige Rechnung, daß mit einem jährlichen Schaden im Bereich

mehrerer Milliarden

gerechnet werden muß.

Dieser Schaden entsteht nicht ursächlich durch Transsexuelle, sondern durch den Umgang mit Transsexuellen in Deutschland.

Wenn Ihr Probleme mit dem Gericht, Ärzten oder Krankenkassen, Arbeitsamt oder Sozialamt habt, von Mitmenschen wißt, die Probleme damit haben, dann informiert bitte umgehend die Geschäftsstelle der dgti e.V., c/o H. K. Alter, Sulzbacher Str. 43, 90489 Nürnberg. Legt bitte der Schilderung des Sachverhaltes auch die Kopien der entsprechenden Schriftstücke bei. Alle Mitteilungen werden streng vertraulich behandelt, im Einzelfall werden wir nur tätig, wenn wir eine ausdrückliche Vollmacht dafür erhalten.

Ziel unseres Aufrufes ist es belegbare Fälle für unsere sozialpolitischen Aktivitäten zu erhalten. Das TSG, die Behandlungsmethoden, die Sozialgesetzgebung und der Umgang damit berührt die Bereiche des Justiz-, Innen-, Sozial-, Gesundheits-, Arbeits-, Gleichstellungs- und Familienministeriums.

V.i.S.d.P. Helma Katrin Alter (2000)