30 | 03 | 2017

Das Ritual der Eindeutigkeit!

Der Tag der Menschenrechte 10. Dezember 2001

Wenn zwei Menschen an unterschiedlichen Orten dieser Welt, das Gleiche tun, ist es dann das Selbe? Man kann sich diese Überlegung sehr einfach, in allen Konsequenzen, an banalen Beispielen  deutlich machen.

Das Grauen schlägt, Heute, am „Tag der Menschenrechte“ dem 10. Dezember 2001 über Deutschland,  den dort zahllos vertretenen Menschenrechtsorganisationen und zahlreiche prominente Einzelpersonen, angesichts der Verstöße gegen diese Menschenrechte, zusammen!  Besonders schlimm sieht es in Afrika aus und man echauffiert sich zu Recht über die rituelle Beschneidung von Mädchen und Jungen dort, die mindestens zu lebenslangen Beeinträchtigungen der Lebensqualität sowie der Gefühlsempfindungen im Genitalbereich, führt. Nicht selten führt dieses kulturelle Ritual der äußerlichen geschlechtlichen Eindeutigkeit zum Tode der genital verstümmelten Menschen.

Ca. 100 Millionen Frauen (100.000.000) weltweit und wahrscheinlich sogar noch mehr, mussten als Kind das Ritual der weiblichen Beschneidung über sich ergehen lassen.

„Weibliche Beschneidung“ auch als „Pharaonische Beschneidung“ bezeichnet bedeutet dabei, dass zumeist mit primitiven Schneidwerkzeugen wie z.B. einem scharfer Stein, einer Glasscherbe oder einem Taschenmesser bei dem betroffenen weiblichen Kind zunächst die Klitoris abgeschnitten, man könnte auch amputiert dazu sagen, wird. Dann werden die kleinen Schamlippen geschält um anschließend die großen Schamlippen unter Zuhilfenahme von Nähnadel und Faden so zusammenzunähen, dass nur eine minimale Öffnung bleibt. Die Ausführung des Rituals bei der Frau dient ausschließlich dazu , dass der spätere Mann der Frau sicher gehen, und an der vernähten Schamlippen erkennen, kann, dass seine Frau unberührt ist. Die Klitoris wird abgeschnitten weil eine Frau rituell keine Lust empfinden darf. Nach dieser rituellen Prozedur der Beschneidung dürften lebenslange Gefühllosigkeit oder enorme Schmerzen im Genitalbereich die Regel sein. Dieser barbarische Akt ist also nur dazu da, das kulturell und an den Genitalen optisch sichtbar aus einem weiblichen Kind eine Frau oder aus einem männlichen Kind ein Mann wird.  Der Akt der Beschneidung ist sogar ein Anlass für diese primitiven Kulturen ein F est zu feiern, denn jetzt ist die Beschnittene ja eine Frau und der Beschnittene ein Mann. Der Mann „öffnet“ die  zugenähte Vagina beim Geschlechtsakt häufig nur durch Eindringen mit seinem Penis. Entsteht daraus ein Kind so werden Frau beim nochmals erheblich durch weiteres Einschneiden der Schamlippen manuell „geöffnet“. Oftmals führen die aus der Beschneidung resultierenden Verwachsungen im Genitalbereich dieser Frauen dazu, dass sie nur noch per Kaiserschnitt entbinden können! Nach der Geburt wird der Vaginalbereich der Frauen wieder zugenäht. Eine ähnliche Beschneidung gibt es auch in diesen Ländern für das männliche Geschlecht, nicht weniger gefährlich aber erheblich weniger traumatisch und nachhaltig! Bekannt ist zudem, dass mit großer Sicherheit viele hunderttausend Menschen an diesen Beschneidungen sterben.

Auch in Deutschland, obwohl es eine Straftat ist, wird diese Art der Beschneidung praktiziert. Eine große Deutsche Frauenzeitschrift schrieb dazu, dass in Deutschland praktizierende Ärzte verschiedener Herkunft diese Handlung, obwohl mehr oder  minder verboten, trotzdem durchführen. Es wird von diesen „Medizinern“ den Eltern, die häufig die Beschneidung zur Mann oder Frauwerdung ihres Kindes wünschen, geraten diese Handlungen vor dem zweiten Geburtstag des Kindes zu durchzuführen, dann würde das Kind sich daran nicht erinnern können!

Nun wie Sie, geneigter Leser, sicherlich festgestellt haben befinden wir uns wieder in Deutschland. In Sicherheit! Es gibt zwar wie wir gehört haben einige „in Deutschland praktizierende Ärzte unbekannter Herkunft“ die so was auch Hierzulande tun. Sicher, Sie tun es, aber es betrifft nur die Kinder die aus den unterentwickelten Ländern stammen und hier nur leben.

Aber in Deutschland ist ja Alles in bester Ordnung. Es gibt keine „Deutsche Familie“ die ihrem „ Deutschem Kind“ die Klitoris abschneiden, die Vagina zunähen oder gar Teile der Geschlechtsorgane entfernen lassen würde! Schon gar nicht aus kulturellen oder rituellen Gründen, damit sie als Frauen oder Männer erkennbar sind. So Etwas gibt es in Deutschland nicht, hier werden Männer als „Männer“ und Frauen, als „Frauen“ ohne kulturell motivierte Rituale dazu geboren. Außerdem würden „Deutsche Ärzte“ so Etwas sicher nicht tun!

Sehen Sie, damit sind wir dann schon Zwei! Ich habe mir auch meinem Kindheitsglauben bewahrt, ich glaube an Hexen, Märchen, Prinzen und auch das Sandmännchen! Ich finde es gut und befreiend wenn man die Wirklichkeit gegen Glauben und schöne Wünsche setzen kann. Das Bedauerliche daran ist, dass man leider immer wieder von der Wirklichkeit eingeholt wird.

Ca. dreihunderttausend Kinder (300.000) deutschlandweit und wahrscheinlich sogar noch mehr, mussten vor ihrem vierten Lebensjahr als Kind eine Veränderung ihrer Genitalorgane über sich ergehen lassen. Nach veröffentlichten Zahlen werden in der Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr ca. 5000 Kinder geboren, deren Geschlecht nicht gemäß den kulturellen Normen Deutschlands männlich oder weiblich ist. Es sind sogenannte Zwitter mit der medizinischen Geschlechtsbezeichnung Hermaphrodit. Also diese Kinder, 5000 jedes Jahr, gehören nicht zum „männlichen Geschlecht“ auch nicht „weiblichen Geschlecht“!

Geht man von einer mittleren Lebenserwartung von ca. 60 Jahren dieser Menschen aus, so gibt es derzeit nach den veröffentlichten Zahlen seit den 50er Jahren ca. 300.000 Hermaphroditen in Deutschland, die unter Zwang geschlechtszugewiesen wurden. Tatsächlich dürften es wesentlich mehr sein, denn die Rate zwittriger Genitalanlagen bei deutschem Schlachtvieh liegt, dort bedingt durch Medikamente und Umwelt bei etwa 15%, während die Rate zwittriger Tiere bei manchen Fischarten unserer heimischen Gewässer, ebenfalls umweltbedingt, teilweise über 50% beträgt.

Sie werden sicherlich jetzt darüber nachdenken warum Sie bei so VIELEN Hermaphroditen noch nie davon gehört haben.

Nun das ist ganz einfach und hat kulturelle Gründe.

Männer und Frauen sind Männer und Frauen aber Hermaphroditen sind weder Männer noch Frauen und da die Medizin schon, das Gesetz und unsere Kultur aber das Geschlecht des Hermaphroditen nicht kennt, werden diese erst zu Männern oder Frauen gemacht!

Das hat, natürlich, Nichts mit den „barbarischen Ritualen“ der Mann- oder Frauwerdung in Afrika oder sonstigen unterentwickelten Ländern dieser Welt, zu tun.

Bei Hermaphroditen und hier in Deutschland verhält sich das auch ganz anders. Außerdem werden, aus Gründen der Einfachheit, hier in Deutschland aus den weitaus meisten Hermaphroditen „Mädchen“ gemacht! Dies hat zudem, gemäß der Überlegungen einiger Zuweisungsmediziner, für die Kinder den Vorteil, dass ein Leben als Frau wesentlich einfacher sei, als das eines Mannes.

Die Ausführung der Geschlechtzuweisung zur Frau hat das ausschließliche Ziel, dass der mögliche zukünftige Mann der „Frau“ sicher gehen, und an den von den Medizinern geformten Genitalien und Schamlippen erkennen, kann, dass es eine Frau ist. Die Beischlaffähigkeit des zur Frau veränderten Zwitters hat hierbei Priorität. Auch die Klitoris, manchmal ist es auch ein kleiner Penis, was man später aber nicht mehr sieht, wird abgeschnitten, weil allgemein eine Frau in unserem Kulturkreis keine große Klitoris hat. Entschuldigen Sie bitte den kleinen Ausrutscher „abschneiden“! Natürlich heißt das bei uns „Klitorisamputation“ oder auch „Klitorisreduktionsplastik“, allein an der Wortwahl sehen Sie, dass dies doch bei uns Etwas ganz Anderes ist als bei den primitiven Barbaren die einfach nur „abschneiden“! Die da unten schneiden ja einer „echten Frau“ die Klitoris ab, damit Sie aus religiösen, rituellen, stammesgesetzlichen Gründen und insbesondere für den späteren Mann als Frau erkennbar ist.

Außerdem sind da ja noch unsere Gesetze! Ist wirklich mal jemand angeblich falsch umoperiert muss er sich lediglich nur Fortpflanzungsunfähig machen lassen dann darf er in  seinem/ ihrem angeborenen Geschlecht weiterleben. Aber daran sind diese Menschen hier ja auch selber schuld! Sie hätten sich ja mit der richtigen Zuweisungsentscheidung der Ärzte und ihrer Eltern, die auf unserer hoch entwickelten Kultur getroffen wurde, die richtig und human ist, abfinden können.

Auch gibt es bei uns, nach Geschlechtszuweisung keine lebenslange Gefühllosigkeit oder enorme Schmerzen im Genitalbereich, sie sollen nach Angaben unser Mediziner nicht die Regel sein. Das behaupten die Medizinmänner im Busch zwar auch, aber denen kann man sicher nicht glauben! Der gnadenreiche Eingriff unserer Medizin ist dazu da, dass kulturell und gesetzlich und an den Genitalen optisch sichtbar, aus einem Kind das sowieso nichts Richtiges ist, zumindest ein Mädchen oder aus einem anderen Kind, wenn es Glück hat, vielleicht gar ein Junge wird.

Der Akt der eindeutigen Geschlechtszuweisung durch die Medizin ist bei uns anschließend sogar ein Anlass, in unseren hochentwickelten westlichen Kulturen, ein Fest des Namenstages und der Taufe zu feiern. Denn jetzt ist das zugewiesene Kind ja eine „richtige Frau“ oder ein „richtiger Mann“. Also ein echter Grund sich zu freuen, nicht so wie die Ungläubigen in Afrika die verstümmelte Genitalien feiern!

Es wird Heute von den „Medizinern“, den Eltern, die sich häufig zur „operative Geschlechtszuweisung“ also zur eindeutigen Mann- oder Frauwerdung ihres Kindes beraten lassen, geraten diese Handlungen vor dem zweiten Geburtstag des Kindes durchzuführen, denn dann würde das Kind sich daran nicht erinnern können! Auch das hat Nichts mit der Aussage von Ärzten gemein die hier in Deutschland die Barbaren- Rituale aus Afrika oder sonstigen unterentwickelten Länder dieser Erde gegen viel Bargeld praktizieren! Man kann halt nicht den Rat unserer Zuweisungsmediziner mit dem der Beschneidungsmedizinmännern, die zwar auch, teilweise sogar in Deutschland, studiert haben,  vergleichen, auch wenn Ähnliches gesagt wird.

Auch wenn die Sätze ähnlich klingen mögen, wir sind in Deutschland und Das hat mit Afrika Nichts gemeinsam! Sie glauben mir Das doch oder?!

Und außerdem wir sind ja viel weiter entwickelt als diese unterbelichteten Völker, unsere Menschenrechtler, und Alle die glauben es zu sein, melden sich ja an solchen Tagen zu Wort und das halt mit dem Recht der „Höher entwickelten Kultur“.

".....der Splitter im Auge des Anderen..... der Balken im eigenen Auge......"

J. Cl. Clüsserath (2001)

Zum Tag der Menschenrechte am 10.12.2001

Erweiterte Aquarellstudie 1994

Das Letzte aus einer Reihe von 5 Aquarellen "Im Namen...."

Titel: "Der Name der Menschlichkeit...."