20 | 07 | 2017

Behandlungsempfehlungen
Im Unterschied zu "Standards der Begutachtung und Behandlung" Transsexueller, gleichgültig von wem solche Standards entwickelt sind, gibt es noch Behandlungsempfehlungen. Sie entstehen meist in der interdisziplinären Zusammenarbeit von Ärzten, Psychologen und Mitarbeitern medizinischer Dienste. Manchmal sind an solchen Arbeitskreisen auch Betroffene beteiligt, meist jedoch die Ausnahme.

Grundsätzliches

Behandlungsempfehlungen kommen auf drei verschiedenen Wegen ins Spiel, unabhängig davon um welche Diagnose oder Heilbehandlung es geht (also nicht nur bei einem "transsexuellen Syndrom"):

1. Wenn ein Arzt sich in ein Sachgebiet einarbeitet oder darin weiterbildet und sich dabei der Informationsquellen an spezialisierten Universitäten bedient oder sich von fachkompetenten Spezialisten des MDK informieren läßt.

2. Wenn sich zu einem bestimmten Krankheitsbild Fachgruppen oder Fachgesellschaften bilden und diese ihre Ergebnisse publizieren

3. Wenn eine Krankenkasse auf Grund der gesetzlichen Regelungen verpflichtet ist den MDKeinzuschalten, vor der Kostenzusage zu einer bestimmten Heilmaßnahme, unabhängig davon, ob der Erbringer einer Leistung oder der Leistungsempfänger den Antrag stellt. (Aus diesem Grund sind Aussagen verschiedener MDK's auch immer mit dem Hinweis auf Kostenübernahmepflicht verbunden.)

Arbeitskreise und Behandlungsempfehlungen existieren (soweit dies der dgti bekannt ist) in

- Nordbayern unter Leitung des Sexualmedizinischen Institutes in Erlangen

- in Nürnberg, zwischen frei praktizierenden Ärzten, Psychologen und Betroffenen

Südbayern / München

- in Hessen unter der Federführung der Sexualmedizinischen Abt. der Uni Frankfurt/Main

- in Rheinland-Pfalz an der Uni Mainz

- in Nordrhein-Westfalen unter Federführung des MDK-NordrheinBrief der TK

- in Niedersachsen unter Federführung der Uni Hannover

- in Berlin unter Federführung des MDK, Dr. Pfeiffer

- in Schleswig-Holstein unter Federführung der Uni Kiel

Die Liste wird vervollständigt und präzisiert, sobald uns jeweils mehr Informationen zur Verfügung stehen. Wenn weitergehende Informationen zu einem Arbeitskreis vorliegen, dann wird er mit einem Link unterlegt. Inhaltliche Aussagen können wir nur dort machen, wo uns gesicherte Erkenntnisse vorliegen (vom Hören und Sagen zählt nicht!). Veröffentlichungen obiger Arbeitskreise oder von Einzelpersonen der Universitäten oder MDK's werden nicht kommentiert. Wir verweisen dahingehend auf den Leitfaden "Transsexuell - und nun?"

Leitfaden

Auszug aus den Unterlagen der Seminarreihe "Transsexuell - und nun?" für Ärzte, Psychologen und Helfer

von Helma Katrin Alter

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