20 | 07 | 2017

Die neue Klitoris
Wie unterscheidet sich unsere neue Klitoris vom Original?

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir zuerst das Original an.

Der Kitzler ist ein - wie der Schwellkörper des Penis - erigierbares, dass heißt schwellungsfähiges Organ, das den Scheidenvorhof nach vorne begrenzt. Nach hinten folgt die äußere Harnröhrenöffnung. Die Klitoris besteht aus zwei Schenkeln, die sich nach innen in Richtung der kleinen Schamlippen fortsetzen und einem Schaft, der nach unten innen zum Vaginaleingang zieht. Von außen sichtbar schließlich ist die Glans clitoridis, der sexuell am intensivsten stimulierbare Anteil der Klitoris.

Die kleinen Schamlippen begrenzen seitlich den Scheidenvorhof. Die schlanken, nicht von Fettgewebe durchsetzten Labien laufen vorne über dem Kitzler zusammen und bilden dessen Vorhaut. An ihrer Innenseite sind auch sie sexuell stimulierbar.

Die großen und kleinen Vorhofdrüsen produzieren dünnflüssiges, schleimiges Sekret, das zur Befeuchtung der Schamspalte dient und bei sexueller Erregung vermehrt abgesondert wird.

Die Bezeichnung Klitoris kommt aus dem Griechischen und bedeutet "kleiner Hügel". Die Klitoris liegt unterhalb des Schambeins an der Stelle, wo die kleinen Schamlippen verschmelzen. Der Kitzler ist zum Teil von einer Vorhaut bedeckt. Anatomisch und entwicklungsgeschichtlich entspricht sie der Penisspitze des Mannes. Der sichtbare Teil sieht aus wie ein kleines Knötchen. Die Länge der Klitoris liegt bei ca. 2½ Zentimetern.

Der Schwellkörper liegt verborgen. Bei Erregung kann die Klitoris stark anschwellen. Im Gegensatz zum Penis zieht sie sich aber unter die Vorhaut zurück. Die Harnröhrenöffnung liegt ein ganzes Stück unterhalb der Klitoris, der Scheideneingang ist noch mehr nach hinten verlagert. Die großen Schamlippen verdecken Klitoris, Harnröhrenöffnung und Scheideneingang. Es gibt hinsichtlich der Größe, Form und Farbe viele individuelle Unterschiede.

Wir alle haben in unserer körperlichen Entwicklung weiblich begonnen!

Wir wissen, dass alle Menschen in ihrer Entwicklung als Frauen "beginnen", selbst wenn sie genetisch Männer sind. Für die ersten acht Wochen unserer Existenz haben männliche und weibliche Föten die selben rudimentären Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane. In den frühen Phasen der fötalen Entwicklung kontrollieren die mütterlichen Hormone die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane, da der Fötus nicht in der Lage ist, eigene zu produzieren. Vor der 12. Schwangerschaftswoche lässt sich das Geschlecht eines Fötus meist nicht visuell bestimmen. Aber auch nach mehr als zwölf Wochen sehen weibliche und männl. Föten noch sehr ähnlich aus.

Unser Gehirn entwickelt sich auch unter dem Einfluss der mütterlichen Hormone, entweder eher männl. oder weiblich; dieses wird dann als pränatale (vorgeburtliche) Prägung bezeichnet.

Die Klitoris besitzt ca. 8000 Nervenendigungen; Reize werden durch ihre Schwellkörper, die bis zu den inneren Schamlippen und bis zur Vagina (G- Punkt) reichen, übertragen.

Wie unterscheidet sich unsere neue Klitoris (Neoklitoris) vom Original?

Die Penisspitze (Glans) hat ca. 4000 Nervenendigungen, von denen nach einer guten geschlechtsangleichenden OP ca. 2000 übrig bleiben. Das sind dann bestenfalls 25 % der Nervenendigungen des Originals.

Gut ist es, wenn von der Glans möglichst viel Haut für die Neoklitoris verwendet wird, sowie die Blut- und Nervenversorgung vollständig erhalten bleibt!

Im OP- Vorgespräch können wir um eher "mehr Klitoris" bitten, denn eine kleinere Klitoris bedeutet noch weniger Gefühlsmöglichkeit! Die neue Klitoris hat ja schon deutlich weniger Gefühlsmöglichkeiten als das Original.

Nach einer guten OP werden die äußeren Schamlippen die neue Klitoris im Stehen/ Gehen vollständig verdecken.

Es sind Deine Gefühlsmöglichkeiten, für die Du vor der OP Dich einsetzen kannst, damit Du nicht hinterher, ähnlich wie eine "beschnittene Frau", kaum noch etwas verspürst!

Patricia (2003)