20 | 09 | 2017

 Hormontherapie für Transmänner

 

In der Hormontherapie sind verschiedene Medikamente im Einsatz,

 Tabletten werden eher sehr selten eingesetzt, da sich damit ein gleichmäßiger Hormonspiegel nur schwer erreichen lässt.

 Überwiegend wird individuell vom Endokrinologen mit Blick auf die Gegebenheiten der einzelnen Betroffenen geschaut, welche Methode – überwiegend Depotspritzen oder Gel – für den Betroffenen als Beste Wahl erscheint.

 

Depotspritzen:

 Testoviron, Testosteron usw. wird meist in einem Abstand von 2-4 Wochen gespritzt, die Spritzen müssen beim Arzt intramuskulär gegeben werden.

 Nebido wird meist alle 3 Monate gespritzt, zu Anfang kann auch ein verkürzter Abstand genutzt werden.

Bei den Depotspritzen gibt es zwei sehr wichtige Aspekte. Zum einen sind diese in Öl gelöstes Depot-Testosteron, was für Allergiker wichtig sein kann (Bitte den Arzt fragen) und natürlich auch beim Spritzen das setzen wichtig ist. Gut gesetzte Spritzen machen keine Probleme. Wird es zu schnell gespritzt, kommt es zu Muskelverkrampfungen, die sehr unangenehm werden können.

 

Gel:

 Es gibt verschiedene Sorten, die meistens täglich, manchmal auch mehrmals täglich vom Betroffenen selbst aufgetragen werden.

 Relativ neu ist Axiron, eine Lösung, die wie ein Deostick unter den Achseln aufgetragen wird.

 

Kapseln werden nur in seltenen Fällen bei geringer Dosierung eingesetzt. Sie haben nur eine sehr kurze Wirkzeit, müssen mehrmals am Tag genommen werden und es kommt über Nacht zu einem starken Abfall des Testosteron-Spiegels.

 

Wichtig ist, dass die Hormonbehandlung auf den Betroffenen individuell eingestellt wird. Bei manchen Risikofaktoren wird von Depotspritzen lieber abgesehen, damit notfalls der Hormonspiegel kurzfristig gesenkt werden kann. Auch sind Gels und Axiron leichter auf geringere Tagesdosen einstellbar.

 

Allerdings muss man bei Gel und Axiron darauf achten, dass es jeweils komplett einzieht, bevor man Kleidung darüber zieht. Es besteht sonst die Gefahr der Übertragung auf andere Personen oder auch Haustiere. Hier ist besonders auf gründliches Händewaschen nach dem Auftragen oder Verwendung von Handschuhen beim Auftragen zu achten.

 

Wichtig ist, dass man mit dem behandelnden Endokrinologen, Urologen, eventuell auch Gynäkologen oder auch Hausarzt die für sich selbst optimale Lösung findet.

Auch wenn es manchmal etwas dauert bis es passt oder wenn äußere Umstände – zum Beispiel Risikofaktoren oder Erkrankungen – die Suche nach Alternativen notwendig macht.

 

Es sollte eine regelmäßige Überprüfung der Blutwerte erfolgen. Meist wird diese zu Beginn häufiger (monatlich bis alle 3 Monate) durchgeführt und bei guter Verträglichkeit immer seltener gemacht. Es sollte aber auch weiterhin immer mal wieder kontrolliert werden, zumindest einmal Jährlich.

 

 

 

Diese Informationen wurden von dem Team der in der dgti e.V.  bzw. im Forum aktiven Transmänner,

 

Diego, Frank, Manuel und Michael zusammengetragen und im Dezember 2014 eingefügt.