Das dgti Zertifizierungsprogramm

Gründe für das Programm

Studien der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass behandlungssuchende trans* und inter* Menschen mehrheitlich negative Erfahrungen beim Besuch medizinischer Einrichtungen machten (Heng, A. et al (2018) International Journal of Transgenderism, 19(4), 359–378; Bauer, GR. et al (2015), PLoS ONE 10, 12).

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Bericht zur gesundheitlichen Lage von LSBTI Menschen in Deutschland aus dem Jahr 2020 feststellte, beeinflusst auch unzureichendes Fachwissen und fehlende Sensibilisierung im Umgang mit trans* und inter*-spezifischen Gesundheitsthemen die gesundheitliche Versorgung und Situation von trans*, inter* und nicht-binären (TIN*) Menschen negativ.

All dies führt dazu, dass diese Patient*innen eine Vermeidungshaltung einnehmen, um sich vor Diskriminierungen zu schützen, und medizinische Untersuchungen hinauszögern oder gar nicht wahrnehmen. (Bauer, GR. et al (2015), PLoS ONE 10, 12)

Ziele unseres Programms

Ziel unseres Zertifizierungsprogramms ist es, einen einheitlichen Standard in der medizinischen Arbeit des Gesundheitspersonals zu erreichen, welcher über etablierte Behandlungsrichtlinien und die gesetzlichen Vorgaben hinaus die Erfahrungen von TIN* Patient*innen im Rahmen der Gesundheitsversorgung berücksichtigt.

Unser Programm unterstützt Sie somit bei der Sicherstellung und Verbesserung einer diskriminierungsfreien Begleitung und Behandlung von TIN* Menschen.

Nummer ZertifikatZertifizierte EinrichtungAbteilungStandortGültig bis
1-2024Bürgerhospital und Clementine Kinderhospital gemeinnützige GmbHKlinik für Kinder- und JugendpsychosomatikTheobald-Christ-Str. 16 60316 Frankfurt am Main15.03.2027
2-2023Therapiehilfe gGmbH4Be TransSuchtHilfeConventstr. 14
22089 Hamburg
16.02.2026
3-2023Praxis für Psychotherapie Sonja SorgSchlesische Str. 20
10997 Berlin
02.02.2026

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Möchten Sie Ihre Praxis, Klinik bzw. Krankenhaus zertifizieren lassen?


Unser Zertifizierungsprogramm medizinischer Einrichtungen zur Sicherstellung einer diskriminierungsfreien medizinischen Versorgung von trans*, inter* und nicht-binären Patient*innen, in Zusammenarbeit mit:

https://trans-kinder-netz.de

Stand: Februar 2023

Teilen auf:

Weitere interessante Artikel

Handwerkszeug für die Arbeit mit transgeschlechtlichen und geschlechtsdiversen Menschen mit Transitionswunsch am 30. Januar 2026 - Eine Fotbildung für psychotherapeutisch Tätige Personen

Handwerkszeug für die Arbeit mit transgeschlechtlichen und geschlechtsdiversen Menschen mit Transitionswunsch – Fortbildung am 30.01.2026

Fortbildung für psychotherapeutisch tätige Personen Durchgeführt von Cornelia Kost, Adan Geißendörfer und Flora Buczkowski. In dieser Fortbildung soll ein Beitrag dazu geleistet werden die Versorgungslücke zu schließen, indem Sie befähigt werden transgeschlechtliche Menschen effizient in ihren Prozessen zu begleiten. Für wen ist die Fortbildung geeignet? Psychotherapeutisch tätige Personen mit und

Weiterlesen »
Nachruf Dr. Bernd Meyenburg

Nachruf auf Dr. Bernd Meyenburg – ein pragmatischer Wegbereiter

Bernd Meyenburg, Jahrgang 1949, verstarb am 4. November 2025. Er war ein wegweisender Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut, dessen Lebenswerk eng mit der Sensibilisierung und Verbesserung der Versorgung geschlechtsinkongruenter Kinder und Jugendlicher verbunden ist. Bernd Meyenburg promovierte 1973 am Hamburger Institut für Sexualforschung und machte seine Facharztausbildung am St. Luke’s

Weiterlesen »
Pressemitteilung: 1 Jahr Selbstbestimmungsgesetz

1 Jahr Selbstbestimmungsgesetz – Bilanz und offene Baustellen

Fortschritt mit Lücken Ein Jahr nach Inkrafttreten des Selbstbestimmungsgesetzes (SBGG) zeigt sich: Viele Menschen haben lange auf diesen Schritt gewartet. Seit dem 1. November 2024 wurden über 22.000 Vornamens- und Personenstandsänderungen gemeldet. Trans*, inter* und nicht-binäre Personen können ihr Geschlecht nun selbst bestimmen, ohne medizinische Gutachten oder Gerichtsbeschlüsse. Das Gesetz beendet eine

Weiterlesen »
Gesundheitsversorgung, Recht und Realität: Ein stilisiertes Maskottchen mit großer blütenförmiger Kopfform steht vor dunkelviolettem Hintergrund. Die Figur trägt einen weißen Arztkittel und ein Stethoskop. Der Ausdruck wirkt fragend. Rechts schwebt ein Fragezeichen in derselben Magentafarbe wie die Blütenform.

Gesundheitsversorgung für TIN*-Personen: Recht und Realität

Ein Jahr nach Inkrafttreten des Selbstbestimmungsgesetzes zeigt sich eine widersprüchliche Realität. Die rechtliche Anerkennung wurde vereinfacht. Die Gesundheitsversorgung für TIN-Personen bleibt ein Problemfeld voller Diskriminierung und bürokratischer Hürden. Das Selbstbestimmungsgesetz: Fortschritt mit Grenzen Das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) hat seit November 2024 die Änderung von Geschlechtseintrag und Vornamen erheblich erleichtert. Laut Bundesinnenministerium

Weiterlesen »
Logo der dgti e.V.

Spenden Sie für unsere Arbeit

Datenschutz
, Inhaber: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz
, Inhaber: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.