Positionspapier von „Terre des Femmes“ ist trans*feindlich

Trans*Frauen sind Frauen. Wer sich dieser Einsicht verweigert, kann nicht behaupten, wirklich die Interessen aller Frauen vertreten zu wollen. Das was cis und trans*Frauen unterscheiden kann, kann auch eine cis Frau von einer anderen cis Frau unterscheiden. Eine unfruchtbare Frau mit 1,85m und etwas tieferer Stimme müsste sich bei Terre des Femmes (TDF) ständig erklären und einen Chromosomentest dabei haben, damit viele dort sich zufrieden geben.

Ist eine Frau nur dann als Frau akzeptiert, wenn sie Gebärmutter und Eierstöcke hat und gebärfähig ist? Was ist das für ein Menschenbild? Macht es einen Unterschied, ob eine trans* Frau oder eine cis Frau vergewaltigt oder von ihrem Partner verprügelt wird?

Also wozu diese bewusste Spaltung, die sich auch gegen geltendes Recht richtet? Wozu diese Angstmacherei, Menschen würden massenhaft per „to go“ Verfahren in Frauenbereiche eindringen? Wie soll das bei 0,6% Bevölkerungsanteil (Quelle: Williams Institute, 2016) gehen? Wer setzt sich „zum Spaß“ den zahlreichen Nachteilen aus, die eine Transition mit sich bringt ? Trans* und auch intergeschlechtliche Menschen gehören zu den am meisten benachteiligten und marginalisierten Gruppen der Welt. Wo auf der Welt ist dieses Angstgespenst, schon einmal massenhaft Realität geworden, wo es doch schon zehn Staaten gibt, die eine Personenstandsänderung ohne psychiatrische Begutachtung zulassen?

Egal auf welchem legalem Weg eine Frau zu ihrem Personenstand „weiblich“ gekommen ist, vor dem Gesetz ist sie eine Frau.

Wer das nicht akzeptiert, steht nicht auf dem Boden des vom Bundesverfassungsgericht ausgelegten Grundgesetzes.

Nach der Veröffentlichung eines trans*feindlichen offenen, privaten Briefs einiger Vorstandsfrauen des Vereins Terre des Femmes (TDF) haben wir den Dialog gesucht und uns um Aufklärung und Verständnis bemüht. Mehrere Gespräche und Meetings fanden statt. Leider hat dies keine öffentlich sichtbare Haltungsänderung bewirkt und TDF hat ein Positionspapier veröffentlicht, dass nicht nur die eigene Position sondern auch zahlreiche Fehlinformationen enthält. Nicht-binäre trans* Personen sind scheinbar bei TDF nicht bekannt und binäre trans*Personen würden samt und sonders von einer stereotypen Geschlechtsrolle in die andere wechseln. Die Stellungnahme der dgti e. V. stellen wir hier zur Verfügung. Sie fällt etwas länger aus, da wir auch die Quellen, die TDF Mitglieder in ihrem offenen Brief nutzten analysiert haben.

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