Grundgesetz für Alle

Grundgesetz, Stapel, Bücher
Quelle: Pixabay, InstagramFOTOGRAFIN | https://pixabay.com/photos/the-basic-law-germany-a-book-2454404/

Unsere Forderung zur Ergänzung des Artikel 3 Grundgesetz:

„Das deutsche Grundgesetz wird dieses Jahr 72 Jahre alt, doch der Schutz von queeren Menschen ist noch immer nicht in ihm verankert. Das muss sich jetzt endlich ändern!“

Unser Aktionsbündnis bittet Sie diesen Appell zu unterzeichnen.

Die Fraktionen des Deutschen Bundestags beraten zurzeit über eine Änderung des Artikels 3, Absatz 3 Neben einer Ersetzung des Rassebegriffs ist es von historischer Bedeutung, in diesem Zuge endlich einen Diskriminierungsschutz für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten festzuschreiben.

An der und aller Menschen der queeren Community darf die Verfassung keinen Zweifel lassen.

Die in (3) GG bereits aufgeführten Diskriminierungsmerkmale sind eine Lehre aus der menschenverachtenden und Verfolgung durch den Nationalsozialismus. Trotz ihrer systematischen Verfolgung unter der NS-Diktatur finden queere Menschen jedoch bis heute keine Erwähnung.

Die ist bislang durch keines der in Art. 3 (3) GG benannten Merkmale geschützt. Auf Basis des bis heute unveränderten Wortlauts des Grundgesetzes billigte das Bundesverfassungsgericht noch in den 1950er und 1970er Jahren die strafrechtliche Verfolgung homosexueller und bisexueller Männer. Eine Ergänzung des Art. 3 (3) GG ist daher notwendig, um einen dauerhaften Diskriminierungsschutz zu sichern.

Auch einen Schutz der geschlechtlichen Identität leitet das Bundesverfassungsgericht nur indirekt und nicht immer einheitlich aus dem Merkmal Geschlecht ab. Eine Klarstellung des vollumfänglichen Schutzes auch der geschlechtlichen Identität in Art. 3 (3) GG ist deswegen notwendig.

Wir begrüßen den bereits vorliegenden Gesetzentwurf zur Ergänzung des Art. 3 (3) GG um das Merkmal der sexuellen Identität sehr. Er hat eine wesentliche Forderung der queeren Community in den Deutschen getragen. In der Anhörung des Rechtsausschusses wurde er von allen geladenen Sachverständigen und zahlreichen Abgeordneten aus Regierungskoalition und Opposition nachdrücklich unterstützt.

Die weit fortgeschrittene parlamentarische Beratung und die große Unterstützung seitens der Landesregierungen bieten eine einmalige und realistische Gelegenheit, im Zuge der nun geplanten Änderung des Rassebegriffs endlich auch queeren Menschen einen Schutz im Wortlaut der Verfassung zu garantieren. Dies ist mehr als 70 Jahre nach Verabschiedung des Grundgesetzes überfällig!

An alle Entscheidungsträger*innen und insbesondere die Mitglieder und Fraktionen des Deutschen Bundestags appellieren wir daher: Nutzen Sie noch in dieser Legislaturperiode die Gelegenheit zu einer Ergänzung des Art. 3 (3) GG, die alle Menschen der queeren Community in ihrer ganzen Bandbreite schützt.

Eine Änderung des Art. 3 (3) GG ohne Berücksichtigung eines solchen Diskriminierungsschutzes wäre ein verheerendes Signal für die queere Community und deren Familien. Nie wieder dürfen politische und gesellschaftliche Stimmungslagen zur Gefahr für die Freiheit und Würde des Einzelnen werden.

Künftig müssen sich alle Menschen auf den verfassungsmäßigen Schutz durch das Grundgesetz verlassen können. Die sexuelle oder geschlechtliche Identität eines Menschen darf niemals Grund zur sein.

Deutschland im Februar 2021

Teilen auf:

Begriffe der letzten 30 Tage
#deinedgti code Beratungsstelle AK NRW Blutspenderichtlinien AK Sport Bankverbindung der dgti e.V. (co) unsplash.com Brandenburg Best Practices Bundesministeriums der Justiz Coming Out Day § 45b PStG Arbeitskreises Queere Jugendarbeit Bistum Limburg Authentizität cdu wahlprogramm AWMF AK Nord Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften bundesweit Arbeitsplatz Brighton Archive AWMF-S3-Leitlinie Additional Information Supplemental ID Business Case Ally-Strategien Bundesverdienstkreuz Beleidigung Cisgender Baden-Württemberg AK Öffentlichkeitsarbeit AcePride Bundestag AK ST §45b Berlin ARD Alter alina cis-Männer CSD Adrian Hector Arbeitsumfeld AK AceErasure Betterplace Balian Buschbaum Alltagserfahrung Bundespolitk biologie Aufklärung BigBrother Amsterdam 26 Jahre Begutachtungsrichtlinie Bad Kreuznach Christlich Bundeswehr Couple agender Begutachtungsanleitung Amateurfußball Andrea Ottmer Buchtipp Begutachtung §192a StGB Bayern Coming-out BCG Bundesministerium des Innern Bundesverfassungsgericht Ärzt*innen Benachteiligung Bundesstiftung Magnus Hirschfeld 1987 bezeichnen sich als Agender. Blutspenderichtlinien anpassen Abstammungsrecht Berlin-Alexanderplatz AMKA Berater*innen Bartpflege Ahlebeck 3. Reich Chancen AsexualSpectrum AOK äußeres Coming-out auting AK RLP androgyn anstatt Ausland dass unsere geschlechtliche Identität eine andere ist Alice Schwarzer Bildung AK TH AK Hessen Daten Ausbildung Altersverteilung von trans* Personen ArbeitsplatzInklusion Asterisk Christentum Barcelona 19. September Ausschluss Allgemein Constantin Jahn Bundesjustizminister Marco Buschmann Bundesärztekammer Offener Brief Beitrag Claudia Jürgen Clüsserath Ansbach Beratung für trans* und inter* Menschen Bußgeld Misgendern Ärztekammer (Deutschland) Art. 3 Bündnis beziehungstipps Ausbildungsschule Beratungsstelle Bayern Cis Menschen Ausdruck dann möchten wir (meist) auch in der gefühlten Identität leben. Bundesregierung AOK Rheinland-Pfalz/Saarland Crossdressing § 175 Bi- AK SN §175 Alexander Korte D&I Bundessozialgericht zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen (1987) Antidiskriminierungsarbeit Alkohol AK Bayern Axel Springer Verlag Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz Covid AGB § 192 AsexualAwareness Barrieren Bündnis 90/Die Grünen comingout Bedürfnisse Begleitung Austausch AK trans*hopo Bildungseinrichtungen Arbeitsrecht Bundesärztekammer Bundesvorstand das dem Phänomen der Transsexualität ein behandlungsbedürftiger und auch behandlungswerter Leidensdruck mitunter innewohnt. Asexualität Bundesarbeitsgericht Bodensee Belegschaft BGH Arbeitgeber*innen Anliegen Candles Bank Bundessozialgericht AGG Beratenden Ausbildung Anerkennung am Arbeitsplatz Bundesminister Karl Lauterbach Baden-Württemberg Gruppenmitglied Beratung Aufklären Antidiskriminierung angriffe auf die dgti e.V. AsexualVisibility Akzeptanz BSG Bad Münster am Stein-Ebernburg Chancengleichheit Bündnis zum Abstammungsrecht AsexualitätErklärt AK Berlin-Brandenburg community Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt cdu Binder Antifeminismus Braunschweig das feministische Manifest angleichende Maßnahmen Artikel 3 Grundgesetz AceAlly Alltagstest Datenschutz Arbeit Allies Anpassung Beratung bundesweit Bundesrat Coming Out AGG-Reform Bücher Beratungsstelle RLP Bundesgeschäftsstelle Beratungsgespäch Allgäu CDU/CSU Bundesverband Trans* Angehörige Bildungsabschlüsse Aurich Checkliste Bielefeld #deine dgti Aromantik Bundesgerichtshof AK Info Augenhöhe Bankkarte §45b PStG AkzeptanzFürAlle Damian Kusenberg Christiane Rohleder Arbeitskreis Achtsamkeit Antrag Archiv Augsburg Best Ally Award arbeitssicherheit Berlin-Brandenburg AceFlag DatingTipps Buchtipps Bundespolitik Anerkennung Ära Attraktivität für Beschäftigte AsexualAwarenessWeek (co) unsplsch Athlet*innen Corona Ärztetag Bild AceSupport Awareness Aktivistin Affiliate

Weitere interessante Artikel

Ein stilisiertes, farbenfrohes Porträt eines selbstbewussten Menschen mit dunklem Bart, blauer Sonnenbrille und einem auffälligen gelben Rollkragenpullover. Im Hintergrund sind zwei unscharf dargestellte Personen, darunter eine Frau mit rotem Lippenstift, vor einer bunten Wand. Das Bild spielt mit Geschlechtsidentität und Geschlechterrollen, indem es traditionelle maskuline und feminine Merkmale kombiniert und fluide Identitätsdarstellungen hervorhebt.

Kontroverse Geschlechtsidentität: Warum das traditionelle Geschlechtermodell nicht mehr zeitgemäß ist

Das Wort „Geschlechtsidentität“ löst bis heute kontroverse Reaktionen aus. Viele begrüßen geschlechtergerechte Sprache und die rechtliche Anerkennung von trans* und nicht-binären Identitäten als überfälligen Fortschritt. Andere beklagen einen Angriff auf Traditionen. Wer in die Geschichte blickt, erkennt jedoch schnell, dass Geschlechterrollen nie statisch waren. Was wir als „bürgerlich-traditionell“ bezeichnen, ist

Weiterlesen »
S2k-Leitlinie

Fachimpuls zur neuen S2k-Leitlinie Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie

Herzliche Einladung zum Fachimpuls! Anlässlich der Veröffentlichung der S2k-Leitlinie Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter laden das Kompetenzzentrum Transidentität und Diversität und die dgti e.V. zu einem Fachimpuls mit der Kinder– und Jugendlichenpsychotherapeutin Kathrin Bach ein. Die Eckdaten der Veranstaltung Fachimpuls zur neuen S2k-Leitlinie Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes-

Weiterlesen »
Perspektivwechsel - cis - trans*

Perspektivwechsel: Gemeinsam inklusiv. Was cis Menschen von trans* Personen lernen können.

Die Lebensrealitäten von trans* Menschen sind reich an Erfahrungen, die weit über das Thema Geschlechtsidentität hinausgehen. Sie bieten uns als Gesellschaft wertvolle Lektionen in Sachen Menschlichkeit, die wir nutzen sollten, um einander besser zu verstehen und eine inklusivere Welt zu gestalten. Der Perspektivwechsel, den uns trans* Personen ermöglichen, ist dabei

Weiterlesen »
Mobbing – Wenn die Pause zur Hölle wird

VIII. Mobbing – Wenn die Pause zur Hölle wird

Einladung zum 8. Qualitätszirkel Queere Bildung am 19.03.2025 Beim achten Treffen des QZ Queere Bildung sprechen wir über das Thema Mobbing – Wenn die Pause zur Hölle wird Als Gast dürfen wir Norman Wolf, Mitarbeiter der Aidshilfe Frankfurt und Autor des Buches Wenn die Pause zur Hölle wird: Wie du

Weiterlesen »
Logo der dgti e.V.

Spenden Sie für unsere Arbeit

Datenschutz
, Inhaber: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz
, Inhaber: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.