Mahnwache für Malte in Frankfurt am Main

Mahnwache für Malte in Frankfurt am Main
Mahnwache für Malte in Frankfurt am Main

Gedenkveranstaltung am Regenbogenkreisel am 03. September 2022

Sehr gerne sind wir dem Aufruf des Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt zur Teilnahme an der Mahnwache für Malte in Frankfurt am Main, gefolgt.

Erschüttert von dem Geschehen, unterbrachen wir unsere zweitägige Mitgliederversammlung und sind mit den anwesenden Mitgliedern zum Regenbogenkreisel gegangen. Bei der sehr ergreifenden Veranstaltung haben Vertreter*innen von Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt am Main, weiterer Vereinigungen und Politiker*innen wie auch die 1. Vorsitzende der dgti e.V., Petra Weitzel, zu den zahlreichen Anwesenden gesprochen.

„Wir sind in unseren Gedanken bei Malte, seinen Freund*innen und Wegbegleitenden.

Warum dieser Hass, woher die Energie sich in einen CSD hineinzudrängen und Menschen gewaltsam anzugreifen? Bekamen das die Täter in die Wiege gelegt? Mit Sicherheit nicht.

Verbreitung trans* feindlicher Inhalte nehmen zu

Wer die Zahlen trans* feindlicher Übergriffe mit der Anzahl der Hassposts, mit dem Anstieg von „Meinungsbeiträgen“ mit trans* feindlichem Inhalt in der etablierten Presse und Predigten über ein binäres Geschlechterverständnis, das angeblich nur von Fortpflanzungsfähigkeit bestimmt wird, vergleicht, kann einen Zusammenhang feststellen. Sogenannte radikale „Feministinnen“, fundamentale Christen und Teile der neu-rechten Szene bauen ein gemeinsames Feindbild für ihre jeweiligen Zwecke auf. Wo das hinführt wissen wir aus der Historie und kann im Prinzip auf jede Minderheit adaptiert werden. Das funktioniert so gut, weil in den letzten Jahrzehnten mit überwiegend konservativ dominierten Regierungen, keiner zu Aufklärung bereit war.

Das rächt sich schon lange, und jetzt besonders deutlich. Der druckfrische Entwurf eines Nationalen Aktionsplan gegen Trans* und Homophobie ist noch nicht trocken, da wird uns auf die brutalstmögliche Weise gezeigt, wozu dieser gebraucht wird.

Hetze, Entmenschlichen, Entrechten, Totschlagen: So lautet die beinahe zwangsläufige Entwicklung, wenn dem Hass nicht Einhalt geboten wird. Es wird Zeit, dass die Meinungsfreiheit nicht mehr für Hassredefreiheit gegen Geschlecht und geschlechtliche Identität missbraucht werden kann.

Ergänzung des Strafgesetzbuches (StGB) um geschlechtliche Identität

Eine Möglichkeit ist die Ergänzung des Artikels §192 StGB um geschlechtliche Identität. Die hatte uns die schwarz-rote Koalition 2020 noch verweigert. Eine andere Möglichkeit ist die Ergänzung des Art. 3 (3) des Grundgesetzes um geschlechtliche Identität. Ohne Gefahr, dass Hassreden sanktioniert werden, werden Internettrolle weiter für überhitzte Gemüter und folgende Taten sorgen. Zumindest derer mit Wohnsitz im Inland kann man habhaft werden.

Jedes Opfer von Gewalt aus den Reihen trans*, inter* und nicht-binärer Personen geht auf das Konto von Menschen ohne jede Empathie aber viel Macht- und Profitgier. Sie predigen täglich, dass sie uns nicht sehen wollen, dass man uns nicht sehen soll, und sie auch noch vor uns schützen müsse, damit wir keine Kinder mit trans* „infizieren“. Wer ist hier eigentlich Täter*in? Wir oder die?

Malte: Ruhe in Frieden. Wir lassen nicht locker.

P.W.“

https://www.queer.de/detail.php?article_id=43097

https://www.queer.de/detail.php?article_id=43099


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