Stellungnahme zum Eckpunktepapier Abstammungsrecht

Stellungnahme zum Abstammungsrecht, Eckpunktepapier, Bündnis zum Abstammungsrecht
Stellungnahme der dgti e.V. zum Abstammungsrecht

Bundesjustizminister Marco Buschmann stellt Eckpunkte vor

Stellungnahme der dgti e.V.

Das Bundesjustizministerium hat heute die Eckpunkte für eine „Reform des Abstammungsrechts“ vorgestellt.

Die Abschaffung der institutionellen Diskriminierung von queeren Eltern ist längst überfällig. Spätestens nach dem Wegfall des Zwangs zur geschlechtsangleichenden Operation und der damit einhergehenden dauerhaften Unfruchtbarkeit (Änderung des Transsexuellengesetzes nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2011) und der damit entstandenen Möglichkeit, als trans*Person Elternteil werden zu können, sowie der Einführung der „Ehe für Alle“ (2017) hätte diese erfolgen müssen.

Wir begrüßen die Eckpunkte und freuen uns insbesondere für alle lesbischen Paare, die künftig einfacher gemeinsame Mütter ihrer Kinder werden können.

Besonders enttäuschend ist jedoch, dass statt wie angekündigt auf den ersten Blick keinerlei Regelungen für tin* (trans*, inter* und nicht-binäre) Personen enthalten sind.

Bereits der Regierungsentwurf für das SBGG hat nur eine nicht hinnehmbare Übergangsregelung enthalten. Siehe unsere Stellungnahme zum Regierungsentwurf.

Wir fordern bereits seit Jahren die Möglichkeit, dass die Benennung der Elternschaft nicht mehr an biologische Gegebenheiten geknüpft ist und die Anerkennung von Eltern in ihren richtigen Geschlechtern möglich sein muss. Trans*Männer, die gebären, müssen es ermöglicht bekommen, als rechtliche Väter anerkannt zu werden, trans*Frauen, die ein Kind gezeugt haben, als Mütter ihrer Kinder. Nicht-binäre Personen müssen eine neutrale Bezeichnung als Elternteil ermöglicht bekommen. Die sozialen Realitäten von tin*Personen und die vier Personenstände werden im Eckpunktepapier nicht mitgedacht. Damit wird wohl die Eintragung von trans*, inter* und nicht-binären Elternteilen mit ihrem unzutreffenden Geschlecht und Vornamen nicht beendet. Eine Umsetzung der Leitplanken zur Abstammungsrechtsreform ist damit nur zum Teil erfolgt.

Teilen auf:

Weitere interessante Artikel

Das Bild hat eine düstere Stimmung und zeigt den nackten Rücken eines jungen Mannes der zusammengekauert auf einem Bett sitzt und sich selbst eng umarmt.

Looks, Likes, Ideologie – Jungen im Fokus antidemokratischer Mobilisierung – Workshops Mittwoch 04.11.2026

Workshops für pädagogische Fachkräfte Maskulinistische Influencer und „Traditional Femininity“-Trends in sozialen Medien greifen viele Unsicherheiten und Fragen junger Menschen nach Identität und Zugehörigkeit auf. Sie bieten entlastende Erklärungen und Orientierung sowie Coachings und Produkttipps. Dabei werden oft beiläufig autoritäre und demokratiefeindliche Deutungsmuster vermittelt. Die Grenzen zwischen Lifestyle, Selbstoptimierung, Kommerz und

Weiterlesen »
Links Illustration eines Dokuments. Daneben eine alte schwarzweiß Fotografie einer Familie.

Vergessene Schicksale sichtbar machen: Neue Studie zeigt erstmals die Verfolgung von trans*-, intergeschlechtlicher, nicht-binärer und agender Personen im Nationalsozialismus

Wer in den Geschichtsbüchern nicht vorkommt, hat es auch in der Gegenwart schwer, gehört zu werden. Im Mainzer Institut français lag gestern Abend Aufbruch in der Luft. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft folgten der Einladung der Deutschen Gesellschaft für Trans*- und Inter*geschlechtlichkeit e.V. (dgti). Gemeinsam stellten sie eine

Weiterlesen »
Logo dgti

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende