Solidarität mit Tessa Ganserer

Die Redaktion der „EMMA“ hat mit ihrem Onlinebeitrag „Ganserer: Die Quotenfrau“, wie  so oft, wenn es um trans*Menschen geht, jeglichen Anstand und jegliche journalistische Sorgfalt vergessen.

Nicht nur, dass privateste Dinge des gewählten Opfers unter Verwendung des Deadnames offengelegt wurden, es wurde auch bei den Fakten manipuliert, um Frau Ganserer eine Straftat zu unterstellen. Auch die Redaktion der Emma sollte die Rechtslage kennen. Die Quotierung von Wahllisten, wie sie z.B. die Grünen vornehmen, sind Regelungen der Parteien. Gesetzlich ist eine solche Quotierung einer Wahlliste zur Bundestagswahl nicht verankert. Da auf dem Stimmzettel sogar der Deadname gefolgt vom im Klammern gesetzten geführten Vornamen stand, kann auch kaum jemand ernstlich von einer Täuschung des Wählers ausgehen. Nun ja, jeder kann sich beim Wahlprüfungsausschuss beschweren und dieser muss auch jede Beschwerde zur Prüfung annehmen, selbst dann, wenn diese so abwegig ist wie diese. Daraus aber eine Meldung zu machen und in der ersten Version des Beitrags gar zu suggerieren, dass die Annahme der Beschwerde bedeuten würde, dass diese „ernst genommen“ werde, ist schon der Gipfel der journalistischen Schlampigkeit oder aber Bestandteil einer Kampagne gegen ein Selbstbestimmungsgesetz, in welcher Anstand oder Moral egal und Fakten nur lästig sind.

Wir haben passend zum Duktus der „EMMA“ ein Dossier „Biederfrau und die Brandstifter“ verfasst und dem deutschen Presserat eine Beschwerde geschickt.

#emmagefälltmirnicht #solidaritätmittessa

Teilen auf:

Weitere interessante Artikel

Stellungnahme zum Gastbeitrag von Valerie Wilms zum Selbstbestimmungsgesetz in der Berliner Zeitung

Stellungnahme zum Gastbeitrag von Valerie Wilms zum Selbstbestimmungsgesetz (SBGG)

Der Gastbeitrag von Valerie Wilms zum Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) in der Berliner Zeitung vom 12.4.26 basiert auf einer fehlerhaften rechtlichen Einordnung und ignoriert die geltende wissenschaftliche sowie menschenrechtliche Faktenlage. 1. Strikte Trennung von Personenstandsrecht und Medizinrecht Wilms vermischt in ihrer Argumentation die Änderung des Geschlechtseintrags mit medizinischen Maßnahmen. Juristisch ist dies unhaltbar: Gemäß §

Weiterlesen »
Die unsichtbare Gefahr: Wenn Expert*innen Deutungshoheit über marginalisierte Gruppen missbrauchen: zeichnung: Im Vordergrund ein Mensch der spricht mit einer riesigen Sprechblase. Im Hintergrund das Maskottchen der dgti mit einer Sprechblase, die ein Ausrufezeichen zeigt, das aber fast von der anderen Sprechblase verdeckt wird.

Die unsichtbare Gefahr: Wenn Expert*innen Deutungshoheit über marginalisierte Gruppen missbrauchen

Gefahr: In gesellschaftlichen Debatten über marginalisierte Gruppen entsteht ein grundlegendes Problem, wenn Expert*innen, die selbst nicht zu der betreffenden Minderheit gehören, Deutungshoheit über deren Lebensrealitäten beanspruchen. Dieses Problem ist strukturell und betrifft das Verhältnis von Macht, Wissen und Repräsentation. Minderheiten verfügen über ein spezifisches Erfahrungswissen, das Außenstehende nicht besitzen können.

Weiterlesen »
Bild mit Text. Links das Logo der dgti und der Titel: Stellungnahme. Im Hintergrund das verschwommene Bild einer Hand, die auf einer Laptop Tastatur tippt. Inhalt des Textes: Stellungnahme der dgti: Trans* Kinder im Fokus: Warum die Einladung von Cass zum IACAPAP-KOngress Fragen aufwirft

Stellungnahme zum Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes

Im Rahmen der Verbändebeteiligung nach §47GGO konnten wir eine Stellungnahme zum Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) einreichen. Zur Abgabe der Stellungnahme war eine Frist von drei Tagen vorgesehen. Die erste Übersicht über den Entwurf lässt Lücken sowohl in der Umsetzung der Rechtsprechung des EuGHund europäischer

Weiterlesen »
Logo der dgti e.V.

Spenden Sie für unsere Arbeit

Datenschutz
, Inhaber: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz
, Inhaber: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.